6. Philharmonischen Konzert im Zeichen des Frühlings

Ariadne Daskalakis wird den Solopart bei Vivaldis "Vier Jahreszeiten" übenrehmen. (Foto: © Marte)
Ariadne Daskalakis wird den Solopart bei Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ übenrehmen. (Foto: © Marte)

Noch ist der Winter in unseren Breitengraden nicht oder kaum in Erscheinung getreten, rufen die Dortmunder Philharmoniker im 6. Philharmonischen Konzert am 11. und 12. Februar in Konzerthaus den Frühling aus. Denn auf dem Programm steht Strawinskys „Le Sacre du printemps“ (Die Frühlingsweihe oder das Frühlingsopfer), vor der Pause führt uns Vivaldi noch durch die vier Jahreszeiten.

Strawinskys „Sacre“ und die „Vier Jahreszeiten“ sind mittlerweile Hits der klassischen Musik. Vivaldis Werk ist sicher nicht nur Klassikfreunden bekannt, sondern taucht auch in der Werbung. Bei den „Vier Jahreszeiten“ steht die Solo-Violine im Vordergrund: Spielen wird sie Ariadne Daskalakis. Die Amerikanerin mit griechischen Wurzeln und deutschem Wohnsitz näherte sich der „alten“ barocken Musik von der „modernen Seite“. „Es war ein langer Weg von der modernen Geigerin bis hin zum Barock“, so Daskalakis, die Professorin an der Kölner Musikhochschule ist. Doch sie bereut ihn nicht. „Ich hatte das Privileg beide Welten kennen zu lernen.“ Dabei macht sie deutlich: „Das Wichtigste ist die Qualität der Musik.“

Für den Konzertbesucher wird es eine spannende Sache, wie die Solistin zusammen mit dem klassisch-romantischen Orchester der Dortmunder Philharmoniker Barock-Musik aufführen wird. „Die Kollegen sind sehr offen“, berichtete Daskalakis. „Die gemeinsame Arbeit in historischer Spielweise macht viel Spaß“. Und auch wenn Daskalakis Vivladis Meisterwerk oft gespielt hat, „es ist jedes mal neu für mich. Ich liebe diese Musik.“

Für Generalmusikdirektor Gabriel Feltz könnten die beiden Konzertabende ungewohnt beginnen, denn geplant ist, „Die vier Jahreszeiten“ ohne Dirigent aufzuführen. Erst nach der Pause zu Strawinskys „Sacre“ würde er dann wieder ans Dirigentenpult zurückkehren.

 

Restkarten für die beiden Termine sind noch erhältlich. Infos unter www.theaterdo.de oder 5027222.




Sperrige Ästhetik

Marlies Backhaus legt noch Hand an ihrer Installation "Verlust der Unbefangenheit".
Marlies Backhaus legt noch Hand an ihrer Installation „Verlust der Unbefangenheit“.

Vom 09. Februar bis zum 02. März 2014 zeigt das Torhaus Rombergpark die Ausstellung „von der Melancholie des Erreichten“ von Marlies Backhaus. 14 Werke in unterschiedlichen künstlerischen Genres wie Fotografie, Grafik, Malerei oder Objektkunst sind zu sehen. Ihre Arbeiten drehen sich um Themen wie Kindheit oder um Themen, die gerne verdrängt werden.

 

Was dem Betrachter beim Besuch der Ausstellung auffallen wird, ist die enorme Bandbreite der verschiedenen Kunstgenres. Fotomontagen neben Videos, Objekte neben Acrylmalerei. „ich gehe mit der Zeit und setze neue Medien ein“, erklärte die Künstlerin. Doch eine Leidenschaft bleibt: Backhaus arbeitet sehr gerne im Format 20×20 cm. Daher bestehen einige ihrer Werke aus einer Vielzahl dieser kleinen Quadrate wie beispielsweise der Wandinstallation „Mexikanisches Tagebuch“ aus dem Jahre 2009, das aus 48 kleinen Leinwänden besteht.

 

In ihren Werken arbeitet Marlies Backhaus das Widersprüchliche in unserer oder in einer fremden Gesellschaft heraus. Bei der Installation „Hermine“ zeigt sie den Kontrast zwischen einem handschriftlichen Namenszug auf einem Clip, was quasi einen persönlichen Bezug herstellt und dem zu erwarteten Ende der Kuh Hermine: Ein mit Rot/Blut gefüllter Eimer und 20 leere Wurstdärme.

Der Inhalt von Mülltonnen wird bei Backhaus bei „Stillleben.Müll“ zu einer Art „modernen“ Stillleben, komplett mit barocken Rahmen. Sie bieten dem Betrachter natürlich das komplette Gegenteil eines klassischen Stilllebens.

 

Ein wichtiges Thema für Backhaus sind Kinder. In der Ausstellung trifft der Besucher häufiger auf Werke, die sich mit Kindheit oder Kind sein beschäftigen. Bei „adieu les petits. Les petits adieu“ von 2007 geht es um den Abschied von der Kindheit und auch um den Verlust, den Eltern verspüren, wenn ihre Kinder aus dem Haus gehen. In „Verlust der Unbefangenheit“ thematisiert Backhaus den Verlust von Unschuld und unbeschwerter Kindheit. Draußen lauern Missbrauch und Gewalt. Am Ende sind Kreideumrisse von Kinderkörpern zu sehen, wie man sie aus Krimis kennt.

 

Doch bei all diesen Themen möchte die Künstlerin eines nicht: „Ich möchte nicht mit erhobenen Zeigefinger mahnen“. Das ist auch nicht schlimm, denn so muss sich der Betrachter schon selbst Gedanken machen. Die Ausstellung bietet zur Selbstreflexion viel Raum.