Was darf Theater?

Uwe Schmieder in der Mitte, Oscar Musinowski als Bunny im Hintergrund und Nicole Janz (rechts) sowie Carolin Wirth als "Franziskas".
Uwe Schmieder in der Mitte, Oskar Musinowski als Bunny im Hintergrund und Nicole Janz (rechts) sowie Carolin Wirth als „Franziskas“.

Ein Theaterskandal 2012 in Würzburg: Die Uraufführung von Paul M. Waschkaus Stück „Nacktes Leben oder Bei lebendigem Leibe“ wird wenige Tage vor der Premiere ohne Begründung abgesetzt. Diese wahre Geschichte hat Waschkau veranlasst, eine Groteske namens „Pornofinger“ zu schreiben. Am 07. Februar um 22:30 Uhr wird „Pornofinger“ im Rahmen der Spielbar als performale Lesung aufgeführt.

 

Die berühmte Schere im Kopf contra Meinungs- und Kunstfreiheit. Was ist der Paragraph 5 des Grundgesetzes überhaupt noch Wert angesichts vorauseilendem Gehorsam gegenüber lautstarken Gruppen wie beispielsweise religiösen Fundamentalisten jeglicher Couleur? Was darf das Theater dem Publikum zumuten? Und die generelle Frage: Wer entscheidet das und nach welchen Kriterien?

 

Auf diese Suche machen sich Uwe Schmieder, Frank Genser, Ekkehard Freye und Oskar Musinowski vom Schauspielensemble und als Gäste Nicole Janz sowie Carolin Wirth. Im Stück „Pornofinger“ dreht sich alles um eine Theaterleitung, die möglichst elegant die Aufführung des gleichnamigen Stückes verhindern will.

 

Wer sich mit dem abgelehnten Stück „Nacktes Leben“ von Waschkaue auseinandersetzen möchte, kann dies auf der Homepage des Autors: http://www.invasor.org/pmw/dramen/UA_NacktesLeben/LEIBE_txt.htm

 

Karten unter www.theaterdo.de/schauspiel oder 0231 5027222




Small Beast mit Heavy Metal

Die beiden Gäste Andreas Kaling (links) und Scott McCloud.
Die beiden Gäste Andreas Kaling (links) und Scott McCloud.

Die Januar-Ausgabe 2014 vom Small Beast am Monatsende hatte neben Gastgeber Paul Wallfisch wieder zwei besondere musikalische Gäste Scott McCloud und Andreas Kaling. Letzterer brachte eine ordentliche Portion Heavy Metal mit sein Bass-Saxophon auf die Bühne.

 

Eröffnet wurde das Small Beast natürlich vom Gastgeber selbst. Neben Stücken aus dem neuen Theaterprojekt „Die Republik der Wölfe“, das am 15. Februar Premiere hat, gab es einen „Lou Reed-Block“ zusammen mit McCloud und Kaling. Eine schöne Version spielte Wallfisch von dem wohl bekanntesten Stück von Reed „Pale Blue Eyes“.

 

Ein Bass-Saxofon macht schon Eindruck. Allein von der Größe und dem Gewicht. Hinzu kommt mit Andreas Kaling ein Musiker, der es versteht, aus diesem Instrument interessante Töne herauszulocken. Kaling spielt in der wohl einzigen Bass-Saxophonband der Welt namens „Deep Schrott“. Die vier Musiker verbinden Elemente des Jazz und Heavy Metal. Bei seinem Solokonzert spielte er – auch dank elektronischer Hilfe eines Kehlkopfverstärkers – eine Mischung zwischen Avantgarde und Jazz.

 

Scott McCloud ist Gitarrist und Sänger der Band „Girls against boys“ und spielt auch bei Paramount Styles. Sein Soloset bestritt er mit akustischer Gitarre. Aber es war beileibe kein „Lagerfeuerkonzert“, denn seinen post-Punk und post-Hardcore Wurzeln blieb McCloud treu. So lies er seine Gitarre schon des öfteren Dank seines Verstärkers (also nicht wirklich „unplugged“) aufheulen wie beim Start eines Motorrads. Gegen Ende seines Sets war wieder Gastgeber Wallfisch gefragt. In bester Club-Tradition spielten die beiden noch ein paar Songs miteinander.

 

Mit Andreas Kaling und Scott McCloud hatte Paul Wallfisch sehr interessante Musiker zu Gast, die sehr gut zum Konzept des Small Beast passten. Der Qualität beider Gäste ist es zuzuschreiben, dass trotz später Stunde (Ende gegen 2:00 Uhr) die meisten Besucher bis zum Ende blieben.