Bilderpracht in Rot-Orange

Karl Bathe vor einem seiner Bilder, die die Arbeit in einem Stahlwerk zeigen.
Karl Bathe vor einem seiner Bilder, die die Arbeit in einem Stahlwerk zeigen.

Das Hoesch-Museum zeigt vom 13. Oktober 2013 bis zum 2. Februar 2014 in einer Sonderschau 23 Bilder in Acryl- und Aquarelltechnik von Karl Bathe unter dem Titel „Ein Hoeschianer malt seine Arbeitswelt“. Bathe, Jahrgang 1930 begann seine Arbeitslaufbahn als Dekorationsmaler, um danach bei Hoesch anzufangen.

Rot-Orange ist die beherrschende Farbe in Bathes Werken. Der glühende Stahl, seine Herstellung und Verarbeitung hat ihn immer noch in den Bann gezogen. So leuchten die meisten seiner Bilder und es scheint von ihnen Hitze auszugehen.

 

Sein Malstil ist reduziert, Menschen sind nicht mehr als Individuen erkennbar, aber als Formen, ähnlich wie die Werksanlagen. Bathe arbeitet viel mit der Wirkung von Farbe und setzt Komplementärfarben ein, um die Wirkung seiner Bilder zu verstärken. Hitze, Dreck, Staub und Geräusche. In seinen Bildern wird diese Kraft, die ein Stahlwerk hatte wieder lebendig.

 

Karl Bathe war seit 1968 Mitglied des Kunstverbandes „Dortmunder Kreativkünstler 68“, 30 Jahre lang als Vorstandsmitglied. „Wir waren 30 Leute im Kunstverband und haben jedes Jahr drei Ausstellungen gemacht“, erzählte er.

Seit 1986 ist er im Vorruhestand und nutzt die freie Zeit, um sich dem Malen hinzugeben. So entstand ein Großteil seiner Werke von 1986 bis heute.

 

Die Ausstellung „Ein Hoeschianer malt seine Arbeitswelt“ wird am Sonntag, 13. Oktober, um 11 Uhr eröffnet. Nach einer Begrüßung durch Götz Kalthoff, stellvertretender Vorsitzender der Freunde des Hoesch-Museums e.V., führt Kurator Michael Dückershoff in die Schau ein.

 

Öffnungszeiten des Hoesch-Museums, Eberhardstraße 12, Dortmund: dienstags und mittwochs von 13 bis 17 Uhr, donnerstags von 9 bis 17 Uhr, sonntags von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet 1,50 Euro, ermäßigt 0,75 Euro.

 

Einige Beispiele seiner Werke: [imagebrowser id=3]




Doppel-Lesung im Studio B

DSC_0742Am Montag, den 14. Oktober 2013 findet um 19.30 Uhr im Studio B der Stadt-und Landesbibliothek am Max-von-der-Grün-Platz 3 eine besondere Lesung statt. Gleich zwei Dortmunder Autorinnen stellen ihre neuen Krimis als Buchpremiere vor.

Die Gemeindepfarrerin und Autorin Anne-Kathrin Koppetsch liest aus ihrem neuen Kriminalroman „Linienstraße“. In Vertretung für die leider erkrankte Autorin Christina Füssmann wird die Schauspielerin Jutta Seifert aus deren neuen Justiz-Krimi „Mörderspur“ vorlesen. Praktischer Weise kennen sich beide Autorinnen auch schon von den „Bloody Marys“- einem Zusammenschluss von Krimiautorinnen in Dortmund, die regelmäßig Benefiz-Lesungen veranstalten.

 

Koppetsch verriet zu ihrem neuen Buch „Das ist ein Nachfolgeroman meines Kriminalromans „Kohlenstaub“ (2012) mit der Dortmunder Pastorin Martha Gerlach als Protagonistin.“ Entführte die Autorin ihre Leser/innen dort in das Jahr 1965, befinden sie sich in „Linienstraße“ am Ende der 60-iger Jahre. Die Zeit ist geprägt von „Flowerpower“, APO (Außerparlamentarische Opposition) oder Ereignisse wie der bevorstehende amerikanische Mondlandung. Da entdeckt Pastorin Gerlach in ihrer Kirche einen Säugling. Wenig später wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Ist sie die Mutter des Findelkindes? Die Spuren führen direkt zu Dortmunds Bordellstraße. Doch noch etwas anderes erschüttert Marthas Weltbild zutiefst….

„Besonders spannend bei dem Buch finde ich, dass hier die beiden Welten „Bordell“ und „Kirche“ aufeinanderprallen“, erklärte die Autorin.

„Linienstraße“ ist im Hermann-Josef Emons Verlag erschienen und für 9,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

 

Christina Füssmanns Justiz-Krimi „Mörderspur“ führt die Leser in die Zeit Ende der 80-iger Jahre. Modernste wissenschaftliche Methoden der Verbrechensbekämpfung und neue Möglichkeiten der Überführung mittels des sogenannten genetischen Fingerabdrucks spielten eine große Rolle. Mit Hilfe eines DNA-Abgleichs konnten die wahren Verbrecher nun auch Jahre später noch überführt werden.

Die Autorin hat in ihrem Buch einen waren Kriminalfall in eine fiktive Romanhandlung eingebunden. Im Mai 1982 wird in Dortmund eine junge Frau tot aufgefunden. Es deutet alles auf einen Ritualmord hin, und ein Student gerät schnell als Täter in Verdacht. Nach jahrelangen erfolglosen Ermittlungen gegen ihn bietet ein neues modernes wissenschaftliches Verfahren scheinbar eine bis dahin ungeahnte Möglichkeit der Täterüberführung. Begleitet wird der Fall von der Gerichtsreporterin Judith Faßberg. Kann der Mordfall aufgeklärt werden? „Der Roman zeigt die Gefahren auf, wenn ehrgeizige Ermittler und übereifrige Wissenschaftler voreilig fehlerhafte Rückschlüsse ziehen“, so Elke Neumann vom OCM-Verlag.

 

Hilfreich für den Kriminalroman war sicherlich, dass Füssmann selbst jahrelang als Gerichtsreporterin gearbeitet hat.

 

„Mörderspur“ ist im OCM-Verlag erschienen und für 11,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

 

Der Eintritt für die Lesung kostet wie immer drei Euro.




Musikalische Nachtgedanken

„nacht_stücke“ hieß das Programm des 2. Philharmonischen Konzertes am 08. und 09. Oktober im Konzerthaus und präsentierte Werke von Ravel, Debussy und Mozart. Am Dirigentenpult stand Stefan Solyom.

Exit light – enter night. Das war jedenfalls das Motto des Abend, obwohl das Lied des Komponistentrios Hetfield, Ulrich und Hammett (besser bekannt als „Enter Sandman“) nicht zur Aufführung kam. So sorgte vor allem Claude Debussy zu Beginn für wohlige Schauer mit seinen „Trois Nocturnes“. Nachtbilder, Wechsel zwischen Mondlicht und Schatten, vor allem der dritte Satz „Sirènes“ weckte wohlige Schauer. Die Frauen des sinfonischen Chors der Chorakademie erzeugten mit den Philharmonikern eine Stimmung wie bei einer wolkenbehangenen Vollmondnacht.

 

Eine Besonderheit war das Konzert für Klavier und Orchester D-Dur von Maurice Ravel. Der Komponist hatte es für den Pianisten Paul Wittgenstein geschrieben, der im Ersten Weltkrieg seinen rechten Arm verloren hatte. Daher wird es einhändig, für die linke Hand, aufgeführt. Herbert Schuch am Klavier interpretierte das Werk meisterhaft. Hin und wieder hörte man aus dem Werk Ravels den Schrecken des Weltkrieges heraus. Ruhige Passagen wechseln sich mit gehetzten Takten ab, eine Reminiszenz an die Grabenkämpfer, die Tag und Nacht mit Angriffen und Bombardements rechnen mussten.

 

Nach der Pause kam Mozart mit seinem bekanntestes Stück über die Nacht: Die „kleine Nachtmusik“. Das Stück, eigentlich ein Kammermusikstück für Violinen, Bratsche, Violoncello und Kontrabass, wurde von Solyom mit der Streichbesetzung der Philharmonie gespielt. Vom Namen her passt die „kleine Nachtmusik“ natürlich ins Programm, von ihrer Klangfarbe gehört sie eher in einen lauen Abend. Besser passte schon Mozarts „Prager-Sinfonie“ ins Thema, vor allem durch seinen letzten Satz, dem Presto. Violinen und Holzbläser sorgten für eine schwebende Stimmung zwischen Nacht und Tag. Zwielicht.

 

Stefan Solyom führte die Dortmunder Philharmoniker konzentriert durch den Abend, den verdientermaßen größten Applaus erhielt Pianist Herbert Schuch, der sich mit einer Zugabe vom Publikum verabschiedete.




Weltbilder in der Artothek

 

Barbara Hein-Dafdar beim Interview vor einem ihrer Wüstenbilder.
Barbara Hein-Dadfar beim Interview vor einem ihrer Wüstenbilder.

Malerei und Grafiken von Barbara Hein-Dadfar zeigt die Artothek der Stadt- und Landesbibliothek bis zum 19. November. Ihre Acrylbilder zeigen vornehmlich Landschaften, während ihre Grafiken Menschen zeigen. Besonders dabei ist: Die Grafiken werden mit persischen Wortstempeln gedruckt.

Hein-Dadfar unterrichtete Kunst und ist seit 2001 freischaffende Künstlerin. Ihre Landschaftsbilder zeigen beispielsweise den Himalaya oder die Sahara, Orte, die die Künstlerin selbst besucht hat.

Ihre Grafiken wirken aus der Ferne wie Radierungen, wenn man näher hinschaut, sieht man, dass das Bild aus arabischen Schriftzeichen zusammengesetzt wird.

 

Ich habe drei verschiedene Stempel benutzt“, erklärte Hein-Dadfar. „Die Schriftzeichen für Frieden, Freiheit und Gleichheit.“

 

Die Öffnungszeiten in der Artothek: dienstags und freitags von 10 bis 19 Uhr.

[vsw id=“dYU3FXBnD1c“ source=“youtube“ width=“600″ height=“480″ autoplay=“no“]