Zauberhafte Klänge im Konzerthaus

Im 8. Philharmonischen Konzert am 09.05 und 10.05.2017 standen mit „melodien_zauber“ im Dortmunder Konzerthaus zwei russische Komponisten der späten Romantik im Mittelpunkt. Die Reihe um Sergej Rachmaninow (1873-1943) wurde mit seiner letzten 3. Sinfonie a-Moll op. 44 (1936) fortgesetzt. Ergänzt wurde der musikalische Abend nach der Pause mit dem Violinkonzert D-Dur op. 35 von Peter Tschaikowsky (1840 – 1893). Rachmaninow schätzte sein Vorbild Tschaikowsky sehr und konnte ihn in seinen jungen Jahren noch persönlich kennen lernen. Beiden gemeinsam ist ein gefühlvoll-ausschweifende, romantische tonale Musikausrichtung. Beim älteren Rachmaninow sind auch schon neoklassizistische und modernistische Einflüsse zu erkennen. Komponisten wie Arnold Schönberg, mit der von ihm entwickelten modernen Zwölftontechnik, standen schon in den Startlöchern.

Die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von GMD Gabriel Feltz vermittelte dem Publikum ein Musikerlebnis, dass einfühlsam die Qualität der Werke beiden russischen Komponisten verdeutlichte. Diese gingen oft unter die Haut.

Rachmaninows 3. Sinfonie entfaltete nach ruhigem Beginn eine schwärmerischen Melodienzauber, den er dann stark strukturiert weiter entwickelt. Der zweite Satz wartet mit leidenschaftlichen, kurzen sowie musikalisch vielseitigen Episoden und einen überraschend eingefügten rasanten Scherzo auf. Die Instrumentation wurde um Harfen, Xylophon, Kontrafagott oder Alttrompete erweitert. Der dritte Satz verschlägt das Publikum musikalisch auf eine Art russisches Volksfest mit einem rasanten, bunten und temperamentvollen Finale. Fehlen durfte aber auch nicht der für Rachmaninow bedeutende, hier kunstvoll verarbeitete „Dies Irae“- Choral der lateinischen Totenmesse.

Für das nach der Pause folgende Violinkonzert von Peter Tschaikowsky konnte als Solo-Interpretin die hervorragende Konzertpianistin Mirijam Contzen gewonnen werden. Das technisch anspruchsvolle Programm mit vielen Tempowechseln und virtuosen Kadenzen war eine große Herausforderung für Solistin und Orchester. Die romantisch-sehnsuchtsvollen, dann wieder ins quirlig-virtuosen oder rustikal-volkstümlichen wechselvollen Tonpartien verlangten allen Beteiligten viel ab.

Klagend-melancholische Töne der Klarinette sorgte für einen nachdenklichen Kontrast.

Ein bewegendes Musikerlebnis im Dortmunder Konzerthaus.

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