Wohliger Schauer im Opernhaus

Eine schwarze Spinne sorgt für Tote bei einer Graböffnung im heutigen Krakau. Woher kommt sie und wie kann man sie stoppen? „Das Geheimnis der schwarzen Spinne“nach der Kinderoper von Judith Weir lüfteten auf der großen Opernbühne Sängerinnen und Sänger des Märkischen Gymnasiums Iserlohn und Mitgliedern des Opernclubs „Tortugas“gemeinsam mit den im Orchestergraben spielenden Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Gartenstadt. Die musikalische Leitung der Produktion lag in den erfahrenen Händen von Michael Hönes.

 

Um die gruselige Geschichte zu erzählen, bot Regisseur Alexander Becker alles an Bühnentechnik auf, was zur Verfügung stand. Da die Geschichte in zwei Zeitebenen spielte, wurde auch das Bühnenbild entsprechend gestaltet. Einerseits spielt das Stück in einem mittelalterlichen Dorf in Transsylvanien, andererseits in der heutigen zeit in Krakau. Bühnenteile fuhren hoch oder runter, die Lichttechnik sorgte für eine gruselige Stimmung und lies zu Beginn und zum Ende eine riesige Spinne erscheinen. Sehr zur Freude (oder zum Schrecken?) des jüngeren Publikums.

 

Natürlich wäre es völlig verkehrt, die Aufführung nach professionellen Maßstäben zu beurteilen, zumal alle Akteure auf der Bühne oder im Orchestergraben einen engagierten und sehr spielfreudigen Auftritt hinlegten. Ein diabolischer grüner Jäger und ein arroganter Graf mit seinen ängstlichen Rittern waren der Höhepunkt. Ein klein wenig mehr Emotionen hätte ich von der Darstellerin der „Christine“ erwartet. Wenn mir eine Spinne aus dem Handrücken kröche, wäre ich bestimmt nicht so cool geblieben. Doch das ist Jammern auf einem hohen Niveau.

 

In der Musik von Judith Weir hat sich die Komponistin anscheinend bei den Klassikern der Horrorfilmmusik inspirieren lassen. Ihre Musik ist leicht modernistisch, ohne in Extreme zu verfallen. Es gibt sowohl folkloristische Lieder und zwei an Bach erinnernde Choräle zu hören.

 

Insgesamt war es ein bezaubernder, gruseliger Abend mit sehr engagierten Akteuren, für die es sicherlich ein Höhepunkt war, im Opernhaus aufgetreten zu sein. Ein guter Weg, jungen Menschen mit dem Genre Oper vertraut zu machen, von daher gehört den Organisatoren dieses Projektes ein großer Dank.

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