Wer ist eigentlich das Monster?

Jörg Buttgereit präsentiert in "Der Elefantenmensch" die Lebensgeschichte von John (Joseph) Merrick.
Jörg Buttgereit präsentiert in „Der Elefantenmensch“ die Lebensgeschichte von John (Joseph) Merrick.

Am 29. November 2013 ist wieder Premiere für ein Jörg-Buttgereit-Stück. Nach „Green Frankenstein/Sexmonster“, „Kannibale und Liebe“ beschäftigt sich der bekannte Arthouse-Horrorfilmer mit dem Schicksal von John Merrick, der als „Elefantenmensch“ im viktorianischen England auf Jahrmärkten ausgestellt wurde. Wer ist eigentlich das Monster? Merrick oder die Betrachter?

John (eigentlich Joseph) Merrick ist eine historische Figur. Geboren 1862, litt er unter einem seltenen genetischen Defekt, der eine seiner Körperhälften sowie den Kopf stark deformierten. Dadurch zu einer „Monstrosität“ geworden, wurde er auf Jahrmärkten dem Publikum als „Elefantenmensch“ präsentiert. Doch der Zeitgeist ändert sich: Kuriositätenkabinette werden immer mehr abgelehnt. Der Arzt Dr. Treves, der von Merrick fasziniert ist,bringt ihn ins London Hospital. 1890 stirbt Merrick mit 27 Jahren. Vermutlich ist er erstickt, weil er sich zum Schlafen hingelegt hatte. Wegen des Gewichts seines Kopfes konnte er nur aufrecht schlafen.

 

„Ein Mensch, der von Geburt an aus der Welt gefallen ist“, beschreibt Regisseur Jörg Buttgereit John Merrick. Bekannt geworden ist „Der Elefantenmensch“ durch den Film von David Lynch, doch Buttgereit will mehr an der Bühnenfassung von 1977 von Bernhard Pomerance bleiben.

 

Im Mittelpunkt steht die Frage: wer ist das eigentliche Monster. Begaffer oder Begaffter? Oder stecken wir da nicht in einem Dilemma, denn „Merrick konnte nur als ‚Monster‘ Geld verdienen“, konstatiert Buttgereit. So wird die Welt der Schausteller nicht so schwarz und bedrohlich gezeigt, sondern auch als eine Art Familie. Konsequenterweise wird die Bühne auch zu einem Jahrmarkt.

 

Schauspieler Uwe Rohbeck und Jörg Buttgereit waren schon bei „Kannibale und Liebe“ ein exzellentes Duo. Auch beim „Elefantenmensch“ spielt Rohbeck wieder die Titelrolle. Und für ihn steht ein Mammutprogramm auf dem Plan. Denn Rohbeck wird stundenlang in der Maske sein, um seinen Bodysuit anzuziehen und sich in John Merrick zu verwandeln.

 

Neben Frank Genser, Uwe Schmieder und Bettina Lieder gibt es beim „Elefantenmensch“ ein Wiedersehen mit zwei alten Bekannten: Christoph Jöde und Louise Heyer.

 

Ars tremonia drehte ein Interview mit Regisseur Jörg Buttgereit: [vsw id=“duJNfyiGLoY“ source=“youtube“ width=“600″ height=“480″ autoplay=“no“]

 

Die Premiere am 29. November und die Vorstellung am 05. Dezember sind schon ausverkauft, für den 14. und 27. Dezember hingegen gibt es noch Karten.

 

Infos und Karten unter www.theaterdo.de oder 0231 5027222.

 

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