Verschiebbare Perspektive

Ein Blick auf die Bühne der "Borderline Prozession". (Foto: © Birgit Hupfeld)
Ein Blick auf die Bühne der „Borderline Prozession“. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Stand bei „Das Goldene Zeitalter“ die Wiederholung im Mittelpunkt geht es beim Nachfolger „Die Borderline Prozession“ (Premiere am 15. April 2016 um 19:30 Uhr im Megastore) um die Grenzen und deren mögliche Überwindung. Musik – Video – Theater – bildende Kunst: alles ist in dem Mammutwerk (um die drei Stunden) erlebbar. Dafür ist eine Rekordzahl an Schauspielern notwendig. 23 Schauspieler sind in verschiedenen Räumen und Situationen zu sehen.

Ort der Handlung ist ein bewohntes Haus mit zehn Zimmern, Pool, Garage und bewachter Außenfront. Draußen ist ein mysteriöser Parkplatz, scharf getrennt vom Haus durch eine Mauer aus Beton und Draht. Im Haus geschieht das pralle Leben: Geburt, Tod, Liebe Hass. Draußen sind Menschen, die hinein wollen, aber nicht können.

Das besondere an dieser Produktion ist, dass die Zuschauer nicht alles Facetten gleichzeitig sehen können. Sie haben die Wahl, ob sie an der Nordseite oder an der Südseite Platz nehmen wollen. Was auf der gegenüberliegenden Seite geschieht wird ihnen per Kamera über Monitore angezeigt. Wollen sie die Perspektive wechseln, so müssen sie sich der „Prozession“ anschließen, die die Schauspieler und Besucher auf die andere Seite bringt.

Der Titel des Stückes bezieht sich einerseits auf die psychische Erkrankung „Borderline“, andererseits auf die biblische Geschichte vom Fall der Mauern Jerichos durch eine Prozession (und Trompeten). Daher ist die Kernfrage des Stückes „Wie überwinde ich Mauern?“. Dabei geht es Regisseur Kay Voges und die Dramaturgen Alexander Kerlin und Dirk Baumann darum, Denkräume zu öffnen und keine bestimmten Antworten zu geben.

Neben dem größten Teil des Dortmunder Ensembles sind neun Schauspielstudierende der Folkwang Universität Essen dabei sowie Raafat Daboul. Daboul ist syrischer Flüchtling, der in seiner Heimat vor dem Krieg Schauspiel studiert hat. Das beeindruckende Bühnenbild schuf Michael Sieberock-Serafimowitsch, die Musik kommt von Tommy Finke und für die bewegten Bilder ist Voxi Bärenklau verantwortlich.

Mehr Informationen unter www.theaterdo.de

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