Tschechische Romantik beim 3. Philharmonischen Konzert

Das 3. Philharmonische Konzert am 11. und 12. November 2014 trug den Titel „heimat_klänge“ und hatte einen starken tschechische Einschlag. Denn zu Beginn stand die Rhapsodie für Orchester „Taras Bulba“ von Leo Janáčeks (1854-1928). Seine Vertonung der russischen Novelle „Taras Bulba“ von Nikolai Gogol zeigt schon, dass der tschechische Komponist mit seinen russischen Brüdern sympathisierte. Sein Werk ist dynamisch, wuchtig und die Dortmunder Philharmoniker, diesmal unter der Leitung von Shao-Chia Lü, geben der dramatischen Stimmung des Stückes die nötige musikalische Würze. Schlagwerk und Kriegsmärsche machen das dramatische Schicksal von Taras Bulba und seinen beiden Söhnen spürbar. Auch wenn die Hinrichtungsszene mit dritten Teil sicherlich musikalische Vorbilder hatte, beispielsweise Berlioz‘ „Symphonie fantastique“.

Danach spielte Pianistin Elisso Virsaladze zusammen mit den Philharmonikern das „Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 Es-Dur“ von Franz Liszt. Die Robert-Schumann-Preisträgerin von 1976 meisterte die anspruchsvollen Stellen des Komponisten mit Bravour. In dem Klavierkonzert von Liszt spielt ein eher unterbewertetes Instrument eine kleine Hauptrolle: die Triangel.

Nach der Pause ging es wieder tschechisch weiter mit Auszügen aus „Mein Vaterland“ von Bedřich Smetana (1824-1884). Vermutlich haben auch diejenigen, die noch keine oder kaum Berührungspunkte mit klassischer Musik haben, das Stück „Die Moldau“ aus dem Zyklus „Mein Vaterland“ schon einmal gehört. Neben der ruhigen, fließenden Moldau wurden noch „Vyŝherad“ sowie „Sárka“ gespielt. Schade eigentlich, dass Smetanas zentrales Werk nicht einmal komplett gespielt wurde, das wäre eine schöne Gelegenheit gegeben. Dennoch konnte auch dieser „Appetizer“ überzeugen.

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