SCHALLFEST von der kunstgruppe GOTTLIEB eröffnet

Am Mittwoch, den 18.07.2018 um 13:30 Uhr war es soweit. Mit einer Klanginszenierung von zehn Minuten auf dem Balkon des Trauzimmers im Alten Rathaus am Friedensplatz wurde das über vierzig Tage gehende SCHALLFEST (Ars tremonia berichtete) von der kunstgruppe GOTTLIEB aus Berlin eröffnet. Für diese Eröffnungszeremonie wurde dieser Ort von ihnen auch als Symbol für die Vereinigung der Klänge Dortmunds ausgewählt.

An der weltgrößten interdisziplinären Klang-Kunstinstallation waren viele Menschen und Institutionen der Stadt beteiligt. Diese wird dann am Sonntag, den 09.09.2018 realisiert, indem an allen beteiligten Austragungsorten in vierzig Tagen die aufgenommenen und individuell komponierten Sounds für die verschiedenen Orte gleichzeitig von 14 bis 17 Uhr auf vielfachen tausend Quadratmetern erklingen werden. Die beteiligten Orte sind der Flughafen Dortmund, die Museen, DITIB-Moschee und das Haus der Vielfalt, 26 U-Bahn Stationen, der Dortmunder Zoo und alle internationalen Zoopartner, das Hafengelände, die Berswordt-Halle sowie die die Zeche Gneisenau.

Die Klänge unserer Stadt werden außerdem per Frachtschiff über Europäische Gewässer bis nach Plovdiv (Bulgarien), der Kulturhauptstadt 2019, gebracht.

Zum großen Klangkunsterlebnis gehört am 09. September auch eine aufwendige bewegliche Klangskulptur in Form eines Autokorsos durch die Rheinische Straße. Kulturdezernent Jörg Stüdemann konnte deren Genehmigung zufrieden bekannt geben.

Vertreter der beteiligten Orte waren bei der Eröffnung im Trauzimmer anwesend und erhielten ihre speziellen Klangkompositionen auf CD gepresst von der kunstgruppe GOTTLIEB im Anschluss an den Soundtrack überreicht.

Die in den zehn Minuten bei der Eröffnung zu hörenden Sounds zeigen ein Klangbild unserer Stadt. Das kann sich natürlich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte verändern.

Im Trauzimmer des Alten Rathauses wurde das Schallfest von der kunstgruppe GOTTLIEB feierlich eröffnet. (Foto: © Roland Gorecki)
Im Trauzimmer des Alten Rathauses wurde das Schallfest von der kunstgruppe GOTTLIEB feierlich eröffnet. (Foto: © Roland Gorecki)

Wer genau lauschte, konnte Geräusche aus dem Zoo , etwa der Seelöwen, Glocken aus der Zeche aber auch aus einem Tempel, einer Messe oder von großen Schiffen, die erfolgreichen Achter-Ruderer, Rolltreppen oder für Dortmund unverzichtbar, Klänge von der Gelben Wand bei einem Spiel des BVB heraus hören. In der Komposition klingen aber Rolltreppen wie Tiere und diese wie ein Schlagwerk.

Die ständig wechselnden und neu „komponierten“ Umgebungsgeräusche, lassen immer wieder neue Assoziationsräume zu. Sie werden in Loops wiederholt und erhalten so eine besondere Sogkraft.

Der entstandene Klangteppich den momentanen Charakter unserer Stadt atmosphärisch dar.Anlehnungen an die Fluxus-Kunst sind erkennbar.

Dass dieses SCHALLFEST vierzig Tage dauert, hat auch eine besondere Bewandtnis, so Stüdemann Vierzig sei die Zahl der „Vollkommenheit“ und steht in den Religionen und Mythen als ein Symbol für „den Weg zur Erneuerung“.

Wann und wo bis zum 09. September die Klang-Kunst zu hören und erleben ist, können Sie ab jetzt an den beteiligten Orten einem Faltblatt zum SCHALLFEST entnehmen.

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