Nelly-Sachs-Preis 2017 für Autor Bachtyar Ali

Alle zwei Jahre wird im Dortmunder Rathaus der renommierte Nelly-Sachs-Preis für Autoren verliehen, deren Werke nicht nur durch ihre literarische Qualität überzeugen, sondern auch für Versöhnung, Verständnis für unterschiedliche Kulturen und Menschlichkeit stehen.

"Bachtyar Ali bricht eine Lanze für die Menschlichkeit", urteilt Schriftstellekollege Stefan Weidner.
„Bachtyar Ali bricht eine Lanze für die Menschlichkeit“, urteilt Schriftstellekollege Stefan Weidner.

So erklärte es Claudia Kokoschka. Leiterin des Kulturbüros und „Hüterin des Nelly-Sachs-Preises“ beim Pressegespräch mit dem irakisch-kurdischen Autor Bachtyar Ali (Preisträger 2017). Seit 2015 wird der mit 15.000 Euro dotierten Preis alternierend an weibliche und männliche Preisträger vergeben. „Nicht das Ende, sondern den Werdegang außergewöhnlicher Autoren wollen wir begleiten,“ so Bürgermeisterin und Jury-Mitglied Birgit Jörder.

Der diesjährige Preisträger Bachtyar Ali ist 1966 in Sulaimaniya (Nordirak). Geboren. Er ist geprägt von einer Welt voller politischer Gewalt, Kriegen und Flucht.

Seit Mitte der 1990iger Jahre lebt er in Deutschland. Sein Gesamtwerk umfasst Romane, Gedichte und Essays. Einen verlässlichen und passenden Verlag für seine Werke hatte er im Unionsverlag (Zürich) gefunden.

Im orientalisch-arabischen Bereich ist er ein schon länger ein geschätzter und bekannter Autor. Beliebt ist er besonders bei seinen kurdischen Freunden. Er schreibt seine Bücher auf Sorani, der südöstlichen Variante des Kurdischen. Dass er erst in den letzten Jahren in Deutschland bekannt wurde, liegt daran, dass es mit einer deutschen Übersetzung dieser Sprache schwierig war.

Den großen Durchbruch schaffte er mit der deutschen Übersetzung seines Romans „Der letzte Granatapfel“ ( aus dem Kurdischen von Ute Cantera-Lang und Rawezh Salim). Der zweite bisher in deutscher Sprache erschienene Roman ist „Die Stadt der weißen Musiker“.

In seinen orientalisch-mythisch geprägten und bildhaften Sprache mahnt er vor den Gefahren von Nationalismus und Dogmatismus, die Konflikte nicht beheben, sondern im Gegenteil verstärken. Er versucht Wege aus einer gestörten Kommunikation zu zeigen. Notwendige Voraussetzung dafür ist für ihn der Einsatz für eine demokratisch-humanistische und offene Gesellschaft. Wie Bachtyar Ali selber sagt, ist er auf der Suche nach einer „kreativen Ordnung“.

Unsere Gesellschaft ist zu politisiert. Gerade im Orient steht die Macht die Politik über allem. Kultur, Kunst, Literatur und Wissenschaft haben keinen Möglichkeit, einer positiven Einflussnahme,“ so Ali.

Froh ist er über diese besondere Anerkennung seines literarischen Schaffens für Frieden und stolz darauf ,in einer Reihe mit so bekannter Preisträger wie etwa Nadine Gordimer (1985) oder Milan Kundera (1987) zu stehen.

Der Nelly-Sachs-Preis 2017 wird am Sonntag, den 10.12.2017 um 11:00 Uhr in einem Festakt im Dortmunder Rathaus vergeben.

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