Museum Ostwall wünscht „Angenehmen Aufenthalt“

Pol Bury, Plans mobile, 1953, Hartfaserplaten auf Metallachse.
Pol Bury, Plans mobile, 1953, Hartfaserplaten auf Metallachse.

Das Museum Ostwall durchforstete seine Depots und förderte eine Anzahl von Kunstwerken hervor, die eine lange Zeit nicht zu sehen waren. Die Arbeiten stammen aus den 50er bis 70er Jahren und bieten einen frischen Blick auf die moderne Kunst der damaligen Zeit. Die Ausstellung ist bis zum 30. August 2015 in der 4. und 5. Etage zu sehen.

Die Ausstellung ist nach Räumen gegliedert und bietet dort verschiedene Schwerpunkte. So ist ein Raum dem Thema „Licht und Bewegung“ gewidmet. Hier sind Werke der „Gruppe Zero“ ausgestellt, in der Einflüsse des Zen-Buddhismus sichtbar sind. Wichtige Elemente sind Farb- (Weiß) und Formgebung (Kreis). Zu sehen sind unter anderem der „Lichtgeist“ von Otto Pienes oder Raimund Girkes „Weiß-Raum“. Feurig hingegen ist Bernard Aubertins „Tableau Feu“, das gespickt ist mit Streichhölzern.

Bunter wird es im Raum „Form und Farbe“. Erstmals im Dortmunder U ist eine Arbeit von Alfonso Hüppi zu sehen, die eine Wechselwirkung zwischen Zwei- und Dreidimensionalität erzeugt. Sehr farbenfroh und im typischen Stil der 70er Jahre sind die Siebdrucke von Roland Altmann und Viktor Vaserely.

Portraits spielen in der Kunst eine wichtige Rolle. Andy Warhol und Ketty La Rocca haben sich Marilyn Monroe ausgesucht, während sich HA Schult und Milan Knizal selbst in den Mittelpunkt stellen. Entmenschlicht ist der „Egozentriker“ von Konrad Klapheck und sehr gemütlich wirkt die Skulptur „Freundin Inge am Wannsee“ von Renate Goebels.

Zwei Räume sind bestimmten Künstlern gewidmet. Im ersten Raum lernen die Besucherinnen und Besucher die Intermedialität von Dick Higgens kennen, der aus Text, Bildern und Improvisation hochkomplexe Performances schuf. Seine Handlungsanweisungen sehen aus wie geometrische Muster, sollten aber den Schauspielern Hinweise geben, wie sie sich zu bewegen haben.

Zum 20. Todestag bekommt Fluxuskünstler Al Hansen ebenfalls einen eigenen Raum. Vor allem seiner Obsession mit der Figur der „Venus“ nimmt den größten Teil des Raumes ein. Hansen arbeitete viel mit dem Material der Wegwerfgesellschaft. Daher sind seine Arbeiten oft aus Streichhölzern, Pralinenpapier und ähnlichem.

Das Grafikkabinett zeigt „Menschenbilder“ mit Werken sowjetischer Künstler aus dem 1960er Jahren. Die ausgestellten Künstler wie beispielsweise Ilja Kabakow oder Anatol Brusilowskij gehörten zu den sogenannten „Non-Konformisten“, die sich mit dem Ideal des sozialistischen Realismus nicht anfreunden wollten. In ihren Arbeiten ist ein Mix aus Dadaismus, Expressionismus oder Surrealismus zu entdecken.

Offene Angebote für Kinder und Jugendliche

Ergänzend zum Kunst-Set für Kinder erscheint als weiteres offenes und kostenfreies Angebot ein Fluxus-Kartenset für Jugendliche. Handlungsanweisungen auf Fluxus-Werkkarten und -Jokern laden interessierte Jugendliche ein, die Kunstrichtung Fluxus durch eigenes Handeln kennenzulernen.

Ermöglicht wird das Fluxus-Kartenset durch die großzügige Unterstützung der Freunde des Museums Ostwall, der DEW21 und der Sparkasse Dortmund.

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