„Man muss es sich leisten können“

Der Film „Göttliche Lage“ von Ulrike Franzen und Michael Loecken aus dem Jahre 2014 befasste sich mit der Entstehung und Entwicklung des Phoenix-Sees in Dortmund-Hörde. Ist der See nun Aufwertung des Viertels oder droht damit die Gentrifizierung? Am Sonntag, dem 29. März 2015 wurde der Film im Kino im U gezeigt.

Früher, als das Stahlwerk noch Stand, arbeiteten dort bis zu 18.000 Menschen. Die Wohngegend um das Werk war nicht sehr beliebt. Alt und billig eben. Die beiden Filmemacher haben mit sehr vielen Menschen gesprochen, um die Veränderung, die der See brachte, auch darzustellen. Es gibt nämlich nicht nur Gewinner.

So wurde eine Kioskbesitzerin porträtiert, die aufgrund der vielen Baustellen einen großen Einbruch an Kunden verzeichnete und letztendlich aufgeben musste. Auch der metallverarbeitende Betrieb musste weg und zog schließlich ganz aus Dortmund fort. „Nach Arbeitsplätzen wird nicht mehr gefragt“, so der Geschäftsführer des Unternehmens bitter.

Ganz anders die Situation am Südufer, der Film zeigt die Entstehung und Vermarktung der „Filetstücke“ direkt am See von Anfang an. Die Phoenixsee Entwicklungsgesellschaft21 erlaubte den Filmemachern hautnah dabei zu sein. So gelangen sehr schöne Szenen von Sitzungen, auf denen Vortragende mit Marketing-Wortgeklingel glänzten. Auch einige Käufer der Häuser am See wurden gezeigt.

Am Berührendsten waren die Szenen mit dem Bezirkspolizisten Wegner, der bei seinen regelmäßigen Rundgängen begleitet wurde. Jemand, der seinen „Kiez“ seit Jahren kennt, hat nun mal einen besonderen Blick auf die Menschen, die dort wohnen. Von daher ist er auch sicher, dass es „keine Vermischung zwischen den Nord- und Südbereichen“ geben wird. Auch wenn wie im Film schön zu sehen ist, die Menschen im Nordbereich des Sees ihr persönliches Paradies schaffen wollen. Noch scheint das Thema Gentrifizierung in Hörde weit weg zu sein.

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