Königskinder – Liebesdrama im Depot

Die angeblich unmögliche Liebe zwischen Paaren aus unterschiedlichen Kulturkreisen und sozialen Schicht hat nicht nur William Shakespeare mit „Romeo und Julia“ beschäftigt. Auch Bernsteins „West Side Story“ oder Goethes „Königskinder“ befasste sich zum Beispiel mit diesem Thema. Das junge Ensemble Kulturbrigade unter der Regie von Rada Radojcic zeigte nun bei der Premiere am 23.09.2017 von „Königskinder“ im Theater im Depot eine freche und bunte Tanztheater-Version.

Die Bühne wurde zu “Jo‘s Diner“, einem angesagten Treffpunkt der Jugend, umfunktioniert. Die Geschichte von Fran (Helen Gierhake), einer Cousine von Johnny, des Anführers der Jungen-Gang „Snakes“ im Rückblick mit naivem Sprach-Duktus der 50iger Jahre vermittelt. Sie arbeitet im Diner und ist mit ihren 21 Jahren sozusagen die mütterliche Aufpasserin. Neben den „Snakes“ gibt es dann noch die „Pink Ladys“ als Mädchengruppe. Johnny, hat das Sagen und gibt den Takt an. Als sich Johnnys Freund Danny in dessen Schwester Fanny verliebt, die nach längeren Ausland-Aufenthalt zurück gekommen ist, gibt es Ärger zwischen den beiden jungen Männern. Zwischen Tanzwettbewerben, Pyjamaparty und heimlichen Liebestreffen kommt es zu Intrigen und Verrat. Das junge Liebespaar versucht dem zu entfliehen. Doch die Freiheit hat einen hohen Preis….

Schöne Choreografien der jungen Menschen

Die Inszenierung zeichnete sich wie immer bei den Kulturbrigaden durch viel Liebe fürs Detail bei der Kostümauswahl, Schminke und Accessoires. Die 50iger Jahre wurden lebendig und mit der entsprechenden Musik wie etwa „My Girl“ oder „Dreamin“ unterlegt. Die jungen Akteure stellten das „Macho-Gehabe“ der jungen Männer, die Träume und Sehnsüchte der Teenager glaubhaft dar. Bei den Mädchen gab es lautes Gekreische, Eifersucht und Neid. Aus ihre Rollenschema versuchten sie aber auch auszubrechen. So zeigt sich etwa Fran emanzipiert und das „Mauerblümchen“ blüht auf. Spannenderweise wird Johnny von einem weiblichen Ensemble-Mitglied gespielt. Das ermöglicht nicht nur der Akteurin einen anderen Blickwinkel. Sie macht das gekonnt mit Macho-Sprüchen und den entsprechenden Gesten. So entstanden einige komische Situationen die für Lacher im Publikum sorgten.

Die in Zusammenarbeit mit Primaballerina Monica Fotescu-Uta entwickelte schöne Choreografie machte nicht nur den jungen Kulturbrigade auf der Bühne eine Menge Spaß. Vom Mambo über Twist, Rock n‘ Roll wurde alles geboten. Die starke Körpersprache der Beteiligten war beeindruckend, zumal es sich nicht um Profis handelt.

Zur atmosphärischen Verstärkung wurde mit speziellem Geräuschhintergrund oder Aktionen im Zeitraffer gearbeitet. Überraschend wurden auch ein mögliches alternativ Ende angeboten. Nach dem Motto: Es geht auch anders!

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