Klangvokal 2018 – grandioses Finale in der Reinoldikirche

In diesem Jahr fand das große Abschlusskonzert nicht wie sonst üblich im Dortmunder Westfalenpark statt. Das Klangvokal Musikfestival wurde mit einem „besonderen Schatz“, dem Oratorium „Maddalena ai Piedi di Cristo“ (um 1700), des italienischen Cellisten und Komponisten Antonio Caldara (1670-1736) in der Reinoldikirche beendet. Das Libretto ist von Bernardo Sandrinelli nach Lodovico Forni. Das Oratorium um die „Hure“ und „Büßerin“ Maria Magdalena, die hingerissen zwischen „irdischer und himmlischer Liebe“ Vergebung von Christus (Cristo) erhofft, ist aus der biblischen Geschichte bekannte. Die Beschäftigung mit diesem Genre geht bei Caldara auf die späten 1690er Jahre zurück. Er stand zu der Zeit kurz vor dem Wechsel von Venedig als Kapellmeister nach Mantua (1700 bis 1707). Noch in Venedig entstanden, sind Einflüsse des italienischen Spätbarock bei diesem Oratorium deutlich zu erkennen.

Als musikalische hochkarätige Begleitung konnte das französische Ensemble für alte Musik „Le Banquet Céleste“ unter der Leitung von Damian Guillon gewonnen werden. Dieser dirigierte nicht nur, sondern sang auch mit seinem wunderbaren Countertenor die Rolle der „Himmlischen Liebe“.

Barocker Abschluss des Festivals Klangvokal 2018 mit Caldaras Oratorium "Maddalena ai Piedi di Cristo". (Foto: © Bülent Kirschbaum)
Barocker Abschluss des Festivals Klangvokal 2018 mit Caldaras Oratorium „Maddalena ai Piedi di Cristo“. (Foto: © Bülent Kirschbaum)

Stimmgewaltig und mit renommierten Sängerinnen und Sängern waren auch die anderen Rolle besetzt. In der Rolle der Maddalena (Magdalina) sang die Sopranistin Emmanuelle de Negri, die italienische Altistin Benedetta Mazzucato als eindrucksvolle „Irdische Liebe“, die französische Sopranistin Maïlys Villoutreys als hinzugefügte Figur der Schwester (Martha) von Maria Magdalena, als spöttischer Pharisäer der Bassbariton Benoît Arnould und der belgische lyrische Tenor Reinoud van Mechelen als vergebender Cristo (Christus). Sie konnten sich alle in den oft berührenden Arien mit manchmal schwierigen Koloraturen auszeichnen.

Faszinierend war wieder einmal der besondere Klang der barocken alten Instrument wie etwa die Theorbe und Cembalo im Zusammenspiel mit Violinen, Violoncello, Bratsche und dem Kontrabass.

Trotz des überkommenen Libretto mit dem schwarz-weiß Bild von guter „himmlischer“ und „böser irdischer Liebe war es ein musikalischer Genuss und ein würdiger Abschluss eines vielseitigen und interessanten 10. Klangvokal Musikfestivals.

Ein großer Dank an alle MitarbeiterInnen des organisatorischen Teams um Festivaldirektor Torsten Mosgraber.

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