Hörde – Leben mit dem Stahlwerk

Das ist nicht Mordor, sondern die Hörder Hermannshütte, gemalt 1913 von Hermann Heyenbrock.
Das ist nicht Mordor, sondern die Hörder Hermannshütte, gemalt 1913 von Hermann Heyenbrock.

Industrialisierung verändert eine Landschaft zweimal: einmal beim Aufbau und einmal beim Rückbau. Mittlerweile ist der Phoenix-See ein prägendes städtebauliches Element, doch Hörde ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark die Industrie den alten Stadtkern in die Zange genommen hat. Das ist auch der Titel der neuen Ausstellung im Hoesch-Museum: „Hörde in der Zange“, die bis zum 07. Dezember zu sehen ist.

Hörde war bis zur Industrialisierung eine Ackerbürgerstadt. Auf alten Karten ist sehr gut zu sehen, dass es außerhalb der Altstadt fast nur Bauernhöfe und Ackerfläche gab. Auch das Stahlwerk wurde fast an den Stadtgrenzen von Hörde errichtet, doch es wuchs immer näher an den Stadtkern heran. Vor allem der Bedarf an Unterkünften für die Beschäftigten und die Entwicklung der Eisenbahn veränderten das Gesicht der Stadt Hörde, der erst 1928 eingemeindet wurde. Hörde war 1927 die dicht besiedelste Stadt Preußens.

Die Ausstellung zeigt verschiedene Aspekte vom damaligen Leben in Hörde. Die Umweltproblematik ist erst spät aufgekommen, früher hieß es lapidar „Hörde ist kein Luftkurort“. Ein interessanter Aspekt ist das „Leben und Wohnen in Hörde“. Die gezeigten Quellen berichten von katastrophalen hygienischen Zuständen wie beispielsweise eine Toilette für 30 Personen. Etwas komfortabler lebten die Meister in ihren Wohnungen, einige Haushaltsgegenstände geben einen Einblick in das Leben von vor hindert Jahren.

Die neu entstanden Werkssiedlungen hatten natürlich auch eine soziale Komponente, denn es wurde stark kontrolliert, ob sich die Arbeiter auch zum Wohlgefallen des Werkes verhielten.

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