Freiraum in der Industriebrache

Glücklich über die Spende des Vereins "Bürger für ihr Schauspiel": (v.l.n.r.)  stellv. Vorsitzende Annegret Niedermeier, Vorsitzender Heinz Dingerdissen, die Schüler Laura Färber und Philip Effenberger, Leiter des KJT Andreas Gruhn. Im Hintergrund noch die Regisseure Melanie Nagler und Manuel Schmitt
Glücklich über die Spende des Vereins „Bürger für ihr Schauspiel“: (v.l.n.r.) stellv. Vorsitzende Annegret Niedermeier, Vorsitzender Heinz Dingerdissen, die Schüler Laura Färber und Philip Effenberger, Leiter des KJT Andreas Gruhn. Im Hintergrund noch die Regisseure Melanie Nagler und Manuel Schmitt

Die Dortmunder Premiere des theaterpädagogischen Projekts „Asche unter meinen Docs“ ist am 15. Mai 2015 im KJT. Regie und Choreografie Manuel Schmitt, Regie und Textentwicklung Melanie Nagler. Die Inszenierung ist eine 50-minütige Theater-/Textperformance zum Strukturwandel am Phönixgelände Dortmund.

Die beteiligten Jugendlichen haben während der Produktion des Stückes viel gelernt: Sie haben Freundschaften geschlossen, Selbstvertrauen entwickelt, freies Sprechen auf der Bühne trainiert und sich selbst und die Mitspieler sehr genau kennen gelernt. In den letzten Monaten ist das Vertrauen in sich und die Anderen gewachsen.

Auf dem Hörder Phönixgelände treffen sich die Jugendlichen in einem Klärbecken das mit Bambus überwuchert ist. Dies ist ihr Ort, den sie selbst gewählt haben, der ihren Freiraum darstellt. Dieser Ort spielt auch im Stück eine große Rolle. Er steht im Kontrast zu dem durchstrukturierten Stadtumfeld, das kaum Möglichkeiten zur Entwicklung bietet. Von zwanzig Jugendlichen zu Beginn sind fünf bis zum Ende dabei geblieben.

Besucher des Stückes „Ach je die Welt“ werden ein De-ja-vu-Erlebnis haben: Denn das Bühnenbild ist das gleiche.

Zum Projekt Industriegebietskinder: Jugendliche aus Halle an der Saale (Thalia Theater), Berlin (Theater Strahl) und Dortmund (KJT, Marie-Reinders-Realschule und Fachhochschule Dortmund) setzten sich mit dem Wandel ehemals eindeutiger Industriestandorte in neue Lebenswelten auseinander. Die Produktion ist Bestandteil des überregionalen Projekts, für das der Förderverein „Dortmunder für ihr Schauspiel“ 4000 Euro gespendet hat.

Jede Gruppe entwickelte anhand eines vorab ausgearbeiteten Fragenkatalogs je ein Theaterstück für eine Aufführung. Mit Unterstützung von Theaterpädagogen, Künstlern und Sozialarbeitern entwickelten die Jugendlichen Themenwelten zu Fragen die mit dem Strukturwandel aufgekommen sind. Ehemals hochproduktive Betriebe verschwanden und hinterließen große Brachen, Arbeitslose die heute Rentner sind. Wie empfinden die Jugendlichen diesen Wandel, wie finden sie ihren Platz in der heutigen Welt? Können sie mit den Erzählungen ihrer Eltern oder Großeltern etwas abfangen? Beeinflusst dies ihre heutiges Leben? Wie finden sie ihren Platz? Welche Träume, Hoffnungen und Frustrationen sind mit diesen Orten verbunden?

Ende Mai treffen sich alle in Halle zu einem Minifestival, bei dem alle Stücke aufgeführt werden sollen.

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