Ein anderer Blick auf die Realität

Wiebke Bartsch, Meer, 2010, Inswtallation, 300x150x200 cm
Wiebke Bartsch, Meer, 2010, Inswtallation, 300x150x200 cm

Was ist Wirklichkeit? Was ist Realität? Man kann sich den Fragen aus naturwissenschaftlicher oder theologischer Sicht stellen? Oder aber aus der künstlerischen Warte betrachten. Das tut die Ausstellung „wirklich.wirklich. Spielarten der Realität“ im Künstlerhaus Dortmund. Sieben Künstlerinnen und Künstler zeigen vom 07. März bis zum 12. April Filme, Fotografien, Malerei und Skulpturen. Die Vernissage ist am Freitag, den 07. März um 20 Uhr.

Wiebke Bartsch aus Münster zeigt eine Installation, die aus einer Art Traum zu entspringen scheint. Eine (Meerjung-)Frau liegt am Boden und über ihr schwimmen Haie und Delphine. Die Tiere erinnern an Plüschtiere durch ihre weiche Oberfläche. Doch die Arbeit von Bartsch hat auch einen düsteren Hintergrund, denn sie will uns die Abgründe des Alltags zeigen.

Rachel Granofsky aus Boston erschafft Räume, die scheinbar für die Kamera geschaffen wurden. Denn die Perspektive ist sehr wichtig für einen Fotografen. Durch eine Verengung des Ausschnittes wird der Fokus wie ein Brennglas auf den gewählten Ausschnitt gelegt.

Ebenfalls aus Münster stammt Gertrud Neuhaus, die sich im Künstlerhaus mittels einer Installation „häuslich“ eingerichtet hat. Sie arbeitet mit Material, das sie findet, sei es Möbel, Gegenstände oder Waren. Ihre Rauminstallationen sind begehbare Bilder.

Eliane Paulino lebt und arbeitet in Düsseldorf, stammt aber aus Brasilien. In ihren Fotografien arbeitet sie mit einem speziellen Material: Kunststoff, der in PET-Flaschen enthalten ist. Das Material wird von ihr bearbeitet und geformt und bekommt so eine ganz neue Ästhetik, die Paulino mit inszenierter Fotografie in Szene setzt.

Evariste Richer aus Paris thematisiert Instrumente, die die Welt vermessen wie ein Maßband, eine Wasserwaage oder das Urmeter. Durch Verfremdung, beispielsweise ist die Wasserwaage mit Schweröl gefüllt und ist daher unbrauchbar, setzt der Künstler den künstlerischen Blick dem wissenschaftlichen entgegen.

Auch Filmemacher Stephan Sachs aus Kiel setzt in seinem Film „Translating the blue“ der wissenschaftlichen Sprache die Sprache der Poesie entgegen. Wo Wissenschaftler Zahlenkolonnen auswerten und so zu Ergebnissen kommen, setzt Schach auf die Sprache der Farben.

Shadman Shahid aus Dhaka setzt auf die Realitäten noch eine Art metaphysische Ebene drauf. Seine Fotografien wirken, als ob Shahid Geister und Gespenster fotografiert habe.

Künstlerhaus Dortmund

Sunderweg 1

44147 Dortmund

Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag von 16 bis 19 Uhr.

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