Dans macabre in der Artothek

Jan van Nahuijs behandelt in seinen Arbeiten in der Artothek oft einen Totentanz.
Jan van Nahuijs behandelt in seinen Arbeiten in der Artothek oft einen Totentanz.

In seinen Holzschnitten und bildhauerischen Arbeiten beschäftigt sich der Schwerter Künstler Jan van Nahuijs mit den Themen „Tanz – Liebe – Tod“. Die Artothek der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund zeigt seine Werke vom 22. Mai bis zum 03. Juli.

Die Kombination von Tanz und Tod ist in der bildenden Kunst ein beliebtes Thema. Der sogenannte „Dans macabre“ wurde seit dem 14. Jahrhundert immer wieder von Künstlern aufgegriffen. „Ich sehe den Tod nicht als Bedrohung“, erklärt van Nahuijs zu Beginn des Gespräches. „Ich habe ein sehr positives Verhältnis zum Tod. Er ist die einzige Gerechtigkeit.“ So wirken seine Arbeiten keinesfalls düster und depressiv, sondern der Totentanz kommt dem Betrachter in bunten Farben entgegen. Fast könnte man die Drucke für eine bunte Variante von Piratenflaggen halten. Der Tod gehört halt dazu. Er ist ein wesentlicher Bestandteil des Lebens.

Zwei Holzschnitte in Blau scheinen auf den ersten Blick nicht mit der Thematik zu tun haben. Inspiriert hat sich van Nahuijs dabei von einem Gedicht der Schwerter Lyrikerin Annette Hövelmann über den Selbstmord einer argentinischen Lyrikerin, die zur „blauen Stunde“ ins Wasser ging.

Auch in seinen vier ausgestellten Skulpturen/Plastiken bleibt er seiner Thematik treu. Dabei lässt van Nahuijs in seinen Arbeiten dem Betrachter noch genügend Raum, um eigene Gedanken zu entwickeln.

Van Nahuijs sieht sich als einen Künstler, der thematisch und politisch arbeitet. „Schöne Kunst mache ich eigentlich nie“, sagt er. Daher ist es kaum verwunderlich dass van Nahuijs den österreichischen Bildhauer Alfred Hrdlicka als Vorbild nimmt, der ebenfalls ein sehr politischer Künstler war.

Van Nahuijs, der im niederländischen Winterswijk geboren wurde, ist Autodidakt. Neben der bildenden Kunst ist er vom Ballett fasziniert. Kein Wunder, dass der Tanz in seinen Arbeiten daher eine große Rolle spielt.

Öffnungszeiten der Artothek: Dienstag und Freitag von 10 bis 19 Uhr.

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